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Max Bauer kauft die schon bestehende Gärtnerei von den Brüdern Jörges. Bad Homburg war damals im Kaiserreich eine bedeutende Stadt. Die Gärtnerei umfasste Wohnhaus, drei Gewächshäuser und eine umfangreiche Frühbeetanlage sowie Freiflächen.
Gärtnerei Bauer, 1913 -
Max Bauer muss in den Ersten Weltkrieg ziehen. Seine Frau versorgt neben den drei Töchtern im Kleinkindalter auch die Firma. In dieser Zeit werden anstatt Blumen Gemüse, Salat und Tomaten gezogen.
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Es entstehen zwei größere Gewächshäuser. Der Anbau von Tomaten wird intensiviert – der Hauptabnehmer ist das Feinkostgeschäft Fuchs in Bad Homburg. Auch Salat aus Gewächshäusern ist etwas Besonderes, und so melden sich die Gonzenheimer Familien schon frühzeitig für einen Salat an. In dieser Zeit wird Max Bauer – Gartenbau auch Mitglied in der neugegründeten Fleurop, der wir bis heute angehören.
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Für den florierenden Betrieb wird das erste Automobil angeschafft.
Das erste Automobil, 1929 -
Kakteen sind sehr in Mode und Max Bauer liegt voll im Trend. Es werden Ausstellungen im Bad Homburger Kurhaus veranstaltet, und die Firma besitzt einen 26-seitigen Bestellkatalog mit umfassendem Kakteenangebot – sogar das Ausland wird beliefert.
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Max Bauer gehört zu den Gründungsmitgliedern der Genossenschaft der Friedhofsgärtner Bad Homburg, in der sich Bad Homburger und Friedrichsdorfer Gärtner zusammenschließen. Diese Zusammenarbeit hat über 70 Jahre Bestand.
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Im Zweiten Weltkrieg ist die Anzucht von Nutzpflanzen vorgeschrieben. Der Andrang nach Gurken, Tomaten und Tabakpflanzen ist so groß, dass immer nur einige Kunden Zutritt erhalten und die Schlange der Wartenden bis an die Ecke der Frankfurter Landstraße reicht. In den Kriegsjahren erteilt Max Bauers Tochter, Ruth Bauer, Gartenbautechnikerin, den angehenden Gärtnern in der Berufsschule Unterricht.
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Max Bauers vierte Tochter Hildegard Bauer heiratet den Gärtnermeister Georg Schleicher.
Familie Bauer-Schleicher, 1945 -
Ein Gewächshaus wird völlig neu gebaut. In der Nachkriegszeit wird immer mehr Zierpflanzenbau betrieben – tropische Pflanzen wie Anthurien, Bromelien und Dieffenbachien sowie Chrysanthemen, Beet- und Balkonpflanzen entstehen. Im Freiland werden Sommerblumen, Stiefmütterchen und Primeln gezogen.
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Max Bauer stirbt. Seine Frau Maria führt gemeinsam mit den Töchtern den Betrieb weiter. Die Buchhaltung übernimmt zunächst Erika Bauer, die zweite Tochter und Lehrerin, dann die älteste Tochter Margarete.
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Die Firma M. Bauer Gartenbau baut ein Ladengeschäft im Pavilionstil direkt vor der Gärtnerei am Haberweg. Die Fleurop forderte ein „richtiges Blumenfachgeschäft". Um sich den neuen Anforderungen zu stellen, legen Ruth Bauer und Georg Schleicher die Floristprüfung ab.
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Es wird beschlossen, die Gartengestaltung und -pflege aus dem Angebot zu streichen: Die Nachfrage nach Grabgestaltung und Grabpflege ist stark gewachsen, und eine Straffung der Angebotspalette ist für eine rationelle Arbeitsweise notwendig.
Der Betrieb in den 1960er Jahren -
Erika Krause, die Tochter von Hildegard und Georg Schleicher, leitet nach Abschluss der Floristtechnikerprüfung das Blumengeschäft.
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Erika Krause übernimmt die Firma.
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Katja Lüneburg beginnt die Lehre zur Floristin bei Fa. M. Bauer Blumen. Nach der Ausbildung arbeitet sie in verschiedenen Geschäften, um floristische Erfahrungen zu sammeln. 1991/92 absolviert sie die Meisterschule und lernt ihren zukünftigen Mann Matthias Lüneburg kennen.
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Gisela Lang, die Schwester von Erika Krause, steigt als Geschäftspartnerin in den Familienbetrieb ein.
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Zum 80-jährigen Firmenjubiläum wird das neue Geschäftshaus mit einem großzügigen Blumenfachgeschäft eröffnet.
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Die Lüneburgs ziehen nach Bad Homburg. Katja Lüneburg arbeitet bei der Fa. M. Bauer Blumen als Meisterin.
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Matthias Lüneburg übernimmt die Arbeitsstelle seiner Frau, die in Elternzeit geht. Nach der Elternzeit verstärkt sie das Floristikteam als weitere Meisterin.
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Aus der Fa. M. Bauer Blumen wird die Bauer Blumen GmbH & Co. KG unter der Leitung von Erika Krause, Gisela Lang und Matthias Lüneburg. Es gibt nun zwei Fachabteilungen: das Blumenfachgeschäft und die Friedhofsgärtnerei. Im Blumengeschäft wird Wert auf individuelle Floristik gelegt – experimentierfreudig, dem Landhausstil angelehnt, mit aufwendigen Pflanzarbeiten und artenreichen Außendekorationen. Bei der Grabpflege und Grabgestaltung stehen Zuverlässigkeit und Individualität an erster Stelle.
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Die Produktion von Pflanzen in der Gärtnerei wird eingestellt. Die Technik ist überaltert, die Gebäudefläche zu klein und die Heizkosten zu hoch. Die ersparte Arbeitsleistung wird zur Stärkung des Friedhofsgeschäfts verwendet.
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Nach fast 20 Jahren mit einem selbstgestalteten Firmenlogo wird ein neues Signet von professioneller Hand erstellt. Die beiden Fachabteilungen tragen fortan ihre eigenen Namen:
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Bauer Blumen feiert das 100-jährige Bestehen in dritter Generation. Ende 2013 geht Erika Krause, eine Enkelin des Firmengründers, nach über 40 Jahren Betriebszugehörigkeit in den Ruhestand. Ab diesem Zeitpunkt führen Gisela Lang und Matthias Lüneburg das Geschäft, und Katja Lüneburg wird die Leitung des Blumenfachgeschäfts in allen Belangen übertragen.
Ein Jahrhundert Handwerk,
Leidenschaft & Beständigkeit. -
Bauer Blumen besteht 110 Jahre. Laut einer Statistik der Kammer werden nur 20 % der Betriebe älter als 50 Jahre und nur 4 % älter als 100 Jahre.
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Die drei führenden Köpfe des Unternehmens begehen persönliche Jubiläen:
- Gisela Lang, Enkelin des Firmengründers, ist seit 40 Jahren im Unternehmen.
- Katja Lüneburg wirkt seit 30 Jahren als Floristikmeisterin.
- Matthias Lüneburg ist seit 25 Jahren im Team von Bauer Blumen.